Landesfischertag 2017: Pressemeldung

PRESSEMELDUNG: Landesfischertag 2017 im Pointwirt in der Scheffau im Lammertal

Der diesjährige Landesfischertag 2017 wurde turnusgemäß im Bezirk Tennengau abgehalten. Stimmberechtigt sind jeweils 12 gewählte Delegierte aus jedem Bezirk unter der Führung des Bezirksfischermeisters samt Stellvertreter sowie die 5 gewählten Referenten und der Landesfischermeister und sein Stellvertreter. Alle Funktionäre üben ihr Amt ehrenamtlich aus.

Mit der Teilnahme von 58 der insgesamt 78 stimmberechtigten Delegierten, zahlreichen Ehrengästen aus Stadt- und Landespolitik (darunter Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf, LAbg. Rupert Fuchs, LAbg. Walter Steidl, GR Dr. Karin Dollinger) von den Behörden (Mag. Engelbert Pilshofer für die BH Hallein sowie die Sachverständigen DI Peter Eichriedler und Mag. Dr. Andreas Falkensteiner vom Amt der Salzburger Landesregierung), Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof, sowie Fischereivertretern aus Wien (Präsident des Österr. Fischereiverbandes  Mag. Ludwig Vogl und der GF des ÖFV DI Manuel Hinterhofer) und zahlreichen Vertretern der Salzburger Fischereivereine wurde der Landesfischertag im Gasthof Pointwirt am Samstag, 30. September 2017 von 15.30 – 18.30 abgehalten. Auch der Träger des Goldenen Ehrenringes des Landesfischereiverbandes, DI Dr. Wilhelm Tischendorf, beehrte den Landesfischertag 2017 mit seiner Anwesenheit.

Der Landesfischertag findet jedes Jahr in einem anderen Bezirk statt. Zuletzt war der Landesfischereiverband Salzburg im Jahr 2011 im Bezirk Tennengau zu Gast. Der neue Veranstaltungssaal im Pointwirt bot einen passenden und feierlichen Rahmen.

Vor dem Landesfischertag wurde in der Pfarrkirche unter musikalischer Umrahmung durch die Schmittenstoana Bläser mit Pfarrer Thaddeus Uchwat eine feierliche Fischermesse gefeiert.

Landesfischermeister Gerhard Langmaier, der offizielle Vertreter der Fischerei, führte den Vorsitz des Landesfischertages, dankte den ehrenamtlichen Funktionären und Fischereischutzorganen, die ihr Engagement und ihre Zeit in den Dienst der Fischerei für das Bundesland Salzburg stellen.

Er berichtete von der Kundmachung des zweiten Nationalen Gewässerbewirtschaftungs-planes, in dem neben den bisherigen Belastungen für unsere Gewässer nun auch verstärkt die invasiven, gebietsfremden Arten, und die Prädatoren behandelt werden. Zum Leidwesen der Fischerei soll unter dem Aspekt „Klimawandel“ der weitere Ausbau der Wasserkraft, auch mit dem Wissen um ökologische Verschlechterungen in den Gewässern erfolgen. Dies habe im öffentlichen Interesse zu erfolgen.

Gerade die bisher schon vorhandenen Beeinträchtigungen in den aquatischen Ökosystemen wirken sich markant negativ auf die Fische aus: 46% der untersuchten Gewässer sind durch Querbauwerke bzw. Wanderhindernisse beeinträchtigt, insgesamt 33.000 Wanderhindernisse, was auf jedem Kilometer Fließstrecke durchschnittlich ein Wanderhindernis bedeutet! Wären unsere Gewässer noch in einem naturnahen, ursprünglichen Zustand, so würde sich bei den dann möglichen Fischbiomassen der Druck durch die zunehmenden Prädatoren wie Graureiher, Kormoran, Gänsesäger und zuletzt dem Fischotter nicht so negativ auswirken. Die oft nur mehr als Rumpfpopulation vorkommenden Fische können derart starke Störungen nicht aushalten. Laut den aktuellen Monitoring im Auftrag des Amtes der Salzburger Landesregierung ist der Fischotter von 27 geschätzten Stück im Jahr 2009 im Jahr 2016 auf 132 Tiere angestiegen. Nicht erfasst wurden hier Teiche, Seen über der Waldgrenze und Bäche, die schmäler als 4 Meter sind. Langmaier appellierte an die Vertreter von Politik und Behörde, dass es keinen einseitigen Schutz einzelner Tierarten auf Kosten anderer Arten geben darf. Es müsse uns bewusst sein, dass wir in einer Kulturlandschaft leben und nicht mehr auf ausgedehnte Urlandschaften mit weitläufigen, unveränderten Flusslandschaften zurückgreifen können.

Der Landesfischermeister betonte weiters die Bedeutung einer guten Ausbildung der Bewirtschafter von Fischgewässern, die nun in der kommenden Fischereigesetznovelle ausgebaut werden soll.

Im Tätigkeitsbericht des Landesfischereiverbandes Salzburg durch die Geschäftsführerin Daniela Latzer wurden neben der Statistik zum Mitgliederstand von 10.781 Personen die zahlreichen Aktivitäten rund um die Fischerei, wie Jungfischerkurse, Fischen mit der Lebenshilfe, Wasser- und Fischtag im Kindergarten und in der Volksschule, Fortbildungsveranstaltungen für Fischereiaufsichtsorgane, aber auch Gewässerreinigungen durch Fischereivereine präsentiert. Hingewiesen wurde auf die vielfältigen behördlichen Aufgaben, die der LFV zu bewältigen hat, und die zahlreichen Förderungen und Unterstützungen, die er für die Arbeit in den Bezirken gewährt.

Im Fachvortrag berichtete Bezirksfischermeister-Stellvertreter Manfred Deutenhauser (vom Fischereiverein Hallein) zum Fischotterbefall im Winter 2016/2017 in der Fischzuchtanlage des Fischereivereins Hallein in Gamp, in der autochthone Äschen aus der Salzach erbrütet werden. Die Anlage mit den reich strukturierten Altarmen und Teichen war für den Fischotter im vergangenen Winter sprichwörtlich ein gefundenes Fressen: der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf Euro 26.108,-, von dem Verlust an Mutterfischen und nachgezüchteten Fischen ganz zu schweigen. Werden keine Maßnahmen gesetzt, so ist der Fischereiverein Hallein gezwungen, diese natürliche Art der Erbrütung aufzugeben.

Mit dem goldenen Ehrenzeichen des Landesfischereiverbandes für besondere Verdienste um die Fischerei im Bundesland Salzburg wurden ausgezeichnet:

  • Johann BERGER, aus Hallein
  • Johannes BRANDAUER, aus Kuchl
  • Manfred DEUTENHAUSER, aus Adnet
  • Franz KOTHMAIR, aus Hallein
  • Johann NEUREITER, aus Kuchl
  • August SUCHANEK, aus Hallein

Die Schmittenstoana Bläser umrahmten die Heilige Messe und den Landesfischertag 2017.

Der Landesfischertag ist ein Organ des Landesfischereiverbandes mit dem Wirkungsbereich für das Land Salzburg: ihm gehören an der Landesfischermeister, sein Stellvertreter, fünf Referenten sowie jeweils 12 gewählte Delegierte aus jedem Bezirk unter der Führung des Bezirksfischermeisters samt Stellvertreter. Insgesamt sind 79 Delegierte stimmberechtigt. Alle Funktionäre üben ihr Amt ehrenamtlich aus.

Zu den Aufgaben des Landesfischertages gehören (alle fünf Jahre) die Wahl des Landesfischermeisters und Stellvertreters, der Referenten, zweier Rechnungsprüfer und der Vertreter des Ehrengerichts, aber auch die finanziellen Belange wie die Festsetzung des Voranschlages, die Genehmigung des Rechnungsabschlusses, die Festsetzung der Höhe der Fischereiumlage sowie nähere Bestimmungen über deren Berechnung und Vorschreibung. Die Entlastung des Landesfischereirates auf Grund des Tätigkeitsberichts und des Berichts der Rechnungsprüfer gehören ebenso dazu, wie die Erlassung und Änderung der Statuten des Landesfischereiverbandes, sowie überhaupt die Behandlung der die Gesamtheit der Mitglieder betreffenden Angelegenheiten.